Seit April 2021 hat sich der Verbraucherpreis für handelsüblichen Bohnenkaffee um mehr als 30 Prozent erhöht, was nahezu dem Anstieg der Nahrungsmittel insgesamt entspricht. Diese Entwicklung reflektiert gestiegene Einkaufspreise für Rohkaffee, die aufgrund klimatischer Herausforderungen und logistischer Engpässe um mehr als 147 Prozent zulegten. Erzeuger in Deutschland gaben diese Mehrkosten in Form von höheren Röstpreisen weiter, was letztendlich Preisanpassungen im Einzelhandel erforderlich machte. Die Branche sucht nach langfristig stabilisierenden Maßnahmen.
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Verbraucherpreis für Bohnenkaffee steigt im April über allgemeines Preisniveau
Im April 2025 erreichten die Verbraucherpreise für handelsüblichen Bohnenkaffee 12,2 Prozent signifikant mehr als im Vorjahresmonat April 2024. Zeitgleich erhöhten sich Nahrungsmittelpreise um 2,8 Prozent und das allgemeine Preisniveau um 2,1 Prozent. Im mittelfristigen Vergleich von April 2021 bis April 2025 stieg der Kaffeeindex um 31,2 Prozent, nahezu identisch mit der Nahrungsmittelteuerung (+31,4 Prozent) und deutlich höher als die anhaltende Gesamtinflation (+18,8 Prozent), was den hohen Kostendruck im Sektor unterstreicht.
Verbraucher spüren Preisschub durch steigende Einfuhrkosten für grünen Kaffee
Analysen der Preisbilanzen verdeutlichen, dass die Einfuhrkosten für grünen Kaffee im April 2025 im Jahresvergleich um 53,1 Prozent zunahmen. Die regionale Differenzierung zeigt ein Plus von 61,8 Prozent für amerikanische Waren, 43,8 Prozent für Lieferungen aus Asien und sonstigen Anbaugebieten sowie 23,2 Prozent für afrikanische Importe. Gleichzeitig stiegen die Kosten für entkoffeinierten und gerösteten Kaffee um 35,8 Prozent. Seit April 2021 weist der Rohkaffee-Index eine Steigerung von 147,4 Prozent auf.
Anhaltende Preisrallye Kaffee: Produzenten melden zweistellige Kostensteigerungen für Röstkaffee
Die Statistik zur Erzeugerpreisentwicklung dokumentiert im April 2025 gegenüber April 2024 erhebliche Mehrkosten: Nicht entkoffeinierter Röstkaffee verteuerte sich um 43,3 Prozent, entkoffeinierter um 45,2 Prozent. Im Zeitraum von April 2021 bis April 2025 kletterten die Erzeugerpreise für nicht entkoffeinierten Röstkaffee um insgesamt 86,1 Prozent, für entkoffeinierten um 78,7 Prozent. Die Preisexplosion belastet Bauern, Röstereien und Logistikunternehmen gleichermaßen und steigert Kalkulationsrisiken entlang der Supply Chain und erfordert überdachte Beschaffungsstrategien jetzt umgehend.
Trotz Preisdruck Kaffeeimporte wachsen 2024 um 14,1 Prozent weiter
Deutschland importierte 2024 insgesamt 1,25 Millionen Tonnen Kaffee, darunter sowohl Rohware als auch geröstete Produkte, und erreichte damit ein Wachstum von 14,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr mit 1,09 Millionen Tonnen. Betrachtet man die Entwicklung seit 2015, stiegen die jährlichen Einfuhren von 1,16 auf 1,25 Millionen Tonnen an, was einem langfristigen Zuwachs von 7,9 Prozent entspricht und den erhöhten Importbedarf verdeutlicht. Diese Daten betonen nachhaltig Deutschlands wichtige Rolle im globalen Kaffeehandel.
Importvolumen steigt seit 2015 um sieben Komma neun Prozent
Im Kaffeetransit nach Deutschland im Jahr 2024 standen Brasilien mit 516.000 Tonnen (41,4 Prozent) sowie Vietnam mit 202.000 Tonnen (16,2 Prozent) an der Spitze. Honduras lieferte 68.000 Tonnen und erreichte damit einen Anteil von 5,5 Prozent, während Kolumbien 53.000 Tonnen beziehungsweise 4,3 Prozent beitrug. Ergänzt wurde dieses Bild durch die Importe von Uganda, Italien und Peru, die jeweils circa vier Prozent zum Gesamtvolumen beisteuerten. Diese Aufschlüsselung reflektiert bewährte Handelsrouten weltweit.
Trotz steigender Preise bleibt Kaffeegenuss dank Vielfalt und Qualität
Das Statistische Bundesamt macht deutlich, dass extreme Witterungsbedingungen in Anbauländern und Ertragsrückgänge in der Landwirtschaft zusammen mit erheblich gestiegenen Kosten für Einfuhr und Verarbeitung den Preis für Bohnenkaffee im Einzelhandel deutlich anheben. Kunden merken dadurch, dass attraktive Angebote für Spezialitätenkaffee weniger verfügbar sind und sie mehr bezahlen müssen. Dennoch zeigt sich das Angebot robust, denn verschiedene Röstungen, Herkunftsarten und Geschmacksnuancen bleiben weiterhin erhältlich und garantieren vielfältigen Genuss. trotz Preiserhöhungen. verlässlich.

